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Die Geschichte des AVSAuszug aus der Chronik zum 30. Jubiläum des Augsburger Vereins für Segelflug e.V. Vor 50 Jahren wurde der Segelflug aus der Not nach dem 1. Weltkrieg geboren. 1920 im November fand in Augsburg eine Tagung statt, bei der die Richtlinien für den 2. Segelflugwettbewerb in der Rhön festgelegt wurden. 20 Jahre später hatten die Jünger des Segelflugs die Welt erobert. Deutschland war der Ausgangspunkt einer Entwicklung geworden, mit der sich Techniker, Konstrukteure, Meteorologen und Forscher verschiedenster Wissensgebiete beschäftigten. Dabei wurden viele neue Erkenntnisse gewonnen.
Der 2. Weltkrieg hatte diese Entwicklung unterbrochen. Nach dem Krieg war bei uns jede fliegerische Betätigung und die Herstellung von Fluggerät verboten. Durch Mithilfe vieler Fliegerfreunde aus aller Welt konnte 1951 erreicht werden, daß der Segelflug wieder freigegeben wurde. Dieser Tag, ein Tag neuen Beginnens, war von allen Segelfliegern mit Ungeduld erwartet worden. Auch die Augsburger waren gerüstet. Dank der Initiative von Helmut Kaden bestand in Augsburg bereits ein Verein, der alle Sparten des Luftsportes vertrat. Zu dessen Vorsitzenden gehörte der Weltrekordflieger Fritz Wendel und der Ballonpionier Ernst Frank.
1963 hatte der Augsburger Verein für Luftsport bereits 160 Segelflieger.
Deshalb war es notwendig, immer wieder für neuen Werkstattraum
besorgt zu sein. Der ehemalige Sanitätsbunker der Messerschmittwerke
wurde mit viel Arbeitsaufwand und 15000,- Mark zu diesem Zweck hergerichtet.
3000 Arbeitsstunden und 65000,- Mark waren notwendig, um endlich für
unsere Segelflieger eine eigene Halle zu besitzen. Dazu leistete der
Bayerische Staat einen Zuschuß von 24500,- Mark und die Stadt
Augsburg stellte 5000,- Mark zur Verfügung. Der Bau dieser Halle auf dem alten Flugplatz an der Haunstetter Straße
war die erste Gemeinschaftsarbeit zwischen den Segelfliegern aus Augsburg,
der Segelfluggruppe Haunstetten und den Meringer Luftsportfreunden.
Als die Auflassung des alten Flugplatzes an der Haunstetter Straße
beschlossene Sache war, wurde seit 1965 bei den Segelfliegern geplant
und gerechnet. Man war sich darüber im klaren, daß sich auf
dem neuen Flugplatz alle Interessenten gemeinsam und anteilig eine Anlage
erstellen müssen, welche den derzeitigen und zukünftigen Erfordernissen
gerecht wird.
Nur sechs Wochenenden waren notwendig, um die erste Halle funktionsfähig zu erstellen. Das Werkstattgebäude mit 750 qm überbauter Fläche wurde noch im Dezember 1967 unter Winterbaubedingungen mit einem Dach versehen und winterfest gemacht. Inzwischen sind 2 Hallen mit je 630 qm und ein Werkstattgebäude mit 750qm fertiggestellt. Das sind mehr als 2000 qm überbauter Fläche. Dazu kommt ein Feuerlöschbrunnen, 400 m Maschendrahtzaun und 2500 m verlegte Erdkabel. Geplant ist noch ein kleiner Massivbau, etwa 4 x 6 m, für die Aufnahme von Öl, Treibstoff und Geräten. Die Verschönerung der Anlagen und Gebäude ist noch im Gange. Die weitere Finanzierung für das ganze Objekt wurde sichergestellt durch Zuschüsse von 35000,- Mark der beteiligten Gruppen und Vereine, ein Darlehen von 70000,- Mark der Stadtsparkasse Augsburg und ein zinsgünstiges Mitglieder-Darlehen von 33000,- Mark. 15000 Arbeitsstunden, zum größten Teil vollwertige Handwerkerleistungen, wurden von unseren Mitgliedern gefordert. Bei der Planung und Auswahl der Baustoffe galt der Grundsatz, möglichst viel Eigenleistungen zu erbringen. Unser Architekt, Dipl.-lng. Horst Sterz, selbst erfahrener Segelflieger, ehemals Werkstattleiter und Prüfer für Segelflugzeuge, hatte es verstanden, die aufkommenden Probleme so zu lösen, daß die erstellte Anlage richtungweisend für viele sein kann. Nichts ist überflüssig, alles Notwendige ist vorhanden. Wir hoffen, daß damit die Segelflieger um Augsburg für einige Jahrzehnte eine neue Heimat gefunden haben. Eine Heimstätte zu fröhlichem Tun und gesunder Freizeitgestaltung. Viele werden den Erfordernissen eines Berufslebens selbstbewußter und leistungsfähiger gegenüberstehen, wenn sie die harte Schulung eines Segelfliegers mit Erfolg hinter sich gebracht haben. Viele fragen, warum sich die Segelflieger die Last einer solchen Baumaßnahme aufgeladen haben. Warum machen sie es nicht so wie die Motorflieger, die bei der Flughafen GmbH. für die Unterstellung ihrer Flugzeuge Miete zahlen und ihre Wartung einem gewerblichen Unternehmen überlassen? Viele Gründe waren für eigene Liegenschaften ausschlaggebend. Die wichtigsten davon: 1. Durch den hohen Eigenanteil beim Bau von Segelfluganlagen entsteht auf lange Sicht gesehen eine Verbilligung in der Nutzung von Hallen und Werkstätten. Diese Verbilligung ist Voraussetzung, den Segelflugsport überhaupt ausüben zu können. Die Masse der Segelflieger setzt sich zwar aus qualifizierten Handwerkern, Angestellten und vielleicht auch Beamten zusammen. Mit wenigen Ausnahmen also Normalverdiener. Jugendarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Tuns und dazu sind geeignete Räume erforderlich, die ohne großen finanziellen Aufwand zur Verfügung stehen. 2. Der Segelflugsport unterscheidet sich von den anderen Sportarten im wesentlichen durch seinen hohen Zeitaufwand. Um eine Stunde zu fliegen, sind etwa 8 bis 10 Stunden Arbeit in der Werkstatt, oder auf dem Flugfeld nötig. Auch dazu sind wiederum geeignete Baulichkeiten erforderlich. 3. Die Ausbildung eines Segelfliegers und die Ausübung des Segelflugs ist mit viel Technik und Theorie verbunden. Öffentliche Gaststätten eignen sich schlecht als Unterrichtsräume. Flugzeuge, Fallschirme, Funkgeräte, Windenfahrzeuge und das viele Kleingerät muß gewartet und gepflegt, repariert und zum Teil selbst angefertigt werden. Nur so lassen sich die Gesamtkosten im erträglichen Rahmen halten. 4. Die lange Abwesenheit des Segelfliegers von Familie, Freundin oder Eltern hat im Laufe der Jahre dazu geführt, daß sich die Angehörigen mehr und mehr in der Nähe des Fluggeländes aufhalten. Dieses Zusammensein kann am besten im eigenen Heim gefördert werden, in dem man vieles mitgestalten und sich wie zu Hause fühlen kann. Der Segelflugsport hat sich zu einem Sport entwickelt, der häufig das ganze Familienleben günstig beeinflußt. Die Kleinen tummeln sich bei gutem Wetter von früh bis spät in der frischen Luft, deshalb wollen wir auch unsere Außenanlagen noch dahingehend verbessern. Die Bereitstellung und Aufbereitung des Fluggeländes, die Erschließung von über 13000 qm Fläche für die Baumaßnahmen durch die Stadt Augsburg war die erste Voraussetzung für die Erstellung dieses Segelflugzentrums. Der Stadt Augsburg, ihrem Oberbürgermeister und dem gesamten Stadtrat sind wir dafür zu hohem Dank verpflichtet. Dem Aufsichtsrat der Flughafen GmbH, im besonderen den beiden Geschäftsführern Bürgermeister Dr. Kotter und Flugkapitän Helmut Kaden danken wir für die vielen Hilfsmaßnahmen und das Verständnis, das sie unseren Belangen entgegengebracht haben. Durch die vielen Zuwendungen, besonders an Baumaterial durch Freunde und Gönner; ist uns unsere Aufgabe wesentlich erleichtert worden. So hat beispielsweise Franz Reisch einen großen Teil seiner Bauarbeiten nicht oder nur zum Teil berechnet. Die Fundamente für die Segelflughallen waren sein Weihnachtsgeschenk an die Segelflieger. Die Inneneinrichtung des schönen Clubraums war nur mit finanzieller Unterstützung der beiden Brauereien Fortunabräu und S. Riegele möglich. Alle Mühen und Sorgen wären um- sonst gewesen, wenn unsere Mitglieder nicht die vielen Arbeitsstunden, zum Teil bei ungünstiger Witterung, geleistet hätten. Dafür bedanke ich mich besonders herzlich, auch im Namen unserer Jugend, für die eine Stätte des fliegerischen Erlebens und der Pflege des Gemeinschaftssinnes geschaffen wurde. Die Anlage als Ganzes ist ein Zentrum des Segelflugs mit allen Vor- und Nachteilen des Geländes, das sich sicher auch gut für die Durchführung größerer Wett- bewerbe und Meisterschaften eignet. Möge es den Segelfliegern um Augsburg und besonders der heranwachsenden Jugend stets Freude und Erholung bringen.
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| © 2004 Augsburger Verein für Segelflug e.V. (Angaben Gemäß §6 TDG) | |||||||||||||